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Mit Beginn des 30jährigen Krieges im Jahre 1618 brachen auch für Schameder schwere Zeiten an. Der Ort bleibt vor Plünderungen nicht verschont, Hunger und Elend machten
sich breit. Ganz Wittgenstein wurde entvölkert und verwüstet und es dauerte Jahrzehnte, bis die Narben des Krieges verheilt waren. Durch die neuerliche
Entwicklung der Eisenindustrie in den nassauischen Grafschaften rückte am Ende des 17. Jahrhunderts das Fuhrgeschäft wieder in den Vordergrund. Der Rückgang der
Eisenindustrie Ende des 18. Jahrhunderts und der Raubbau am Wald, führten zu einem starken Rückgang der Holzkohleproduktion. Ganze Forste waren kahlgeschlagen.
Die unter Führung des preußischen Generalmajors Freiherr von Müffling um 1819 durchgeführte Kartenaufnahme der Rheinlande zeigt in Schameder nur einen kleinen Wald
auf dem Steimel. Der freien Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt wurden, waren mit Ginster und Gestrüpp bewachsen. Durch den Aufbau der Erndtebrücker Pulvermühle Ende des 18. Jahrhunderts konnten die
hiesigen Fuhrleute in den Transport von Sprengpulver einsteigen. Neben der Landwirtschaft betrieben sie auch noch Mehl- und Getreidehandel. 1816 wurde Wittgenstein an Preußen abgetreten und auf Grund der preußischen
Landgemeindeordnung zählte Schameder mit 12 weiteren Gemeinden von nun an zum Amt Erndtebrück. Der Ort hatte um diese Zeit 20 Häuser und etwa 155 Einwohner.
Am 16. Juni 1864 wurde die Waldgenossenschaft Schameder gegründet. Mit Kiefern und später mit Fichten wurden die Außenfelder, die in früheren Jahren Hudeflächen waren, aufgeforstet.
Die erste, große Veränderung im Ortsbild ergab sich durch den Bau und die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Erndtebrück-Leimstruth im Jahre 1888 und Leimstruth-Feudingen im Jahre 1889.
Das Schamedertal wurde mit einem mächtigen Bahndamm überbrückt, riesige Erdbewegungen fanden statt. In der Nähe des neu errichteten Bahnhofs Schameder entstand in der Thal
der erste Industriebetrieb des Ortes: die Ziegelei, am Steimelweg, wurde der nötige Lehm gegraben. Die Grube trägt auch heute noch den Namen Lehmberg. Ein zweiter Bahnhof auf dem Gemeindegebiet wurde in der Nähe der Luisenburg in
Leimstruth errichtet, wodurch dieser Teil der Gemeinde die Bezeichnung
Bahnhof Leimstruth
erhielt.
In dieser Zeit sind vermutlich auch die ersten Fotografien vom Ort und vom Bahnbau entstanden. Der Siegener Fotograf Heinrich Schmeck hat das in der damaligen Zeit wohl
bedeutendste Ereignis, den Bahnbau und die an der Trasse liegenden Ortschaften in einer eindrucksvollen Fotoserie dokumentiert. Aus dem Bereich der Gemeinde Schameder sind die Fotos des
Bahnhofs Leimstruth, des Leimstruther Tunnels und der
Luisenburg erhalten.
Quelle: Schameder 1890-1990 100 Jahre in Wort und Bild
mit freundlicher Genehmigung von Peter Schneider
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