Schameder - Kreis Siegen-Wittgenstein
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Schameder in Wittgenstein - Ein Panoramabild von Schameder
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                             Geschichte

 

 

Geschichtliches bis Ende des 19. Jahrhunderts

          Schameder um 1909

                              Schameder um 1909

Ein perfektes, unvergängliches Abbild der Umwelt herzustellen, war der Traum vieler Erfinder. Doch wer sich im vergangenen Jahrhundert der Fotografie verschrieb, mußte mit giftigen Chemikalien umgehen, mit schwerem Gepäck durch die Landschaft ziehen und viel Geduld haben, bis er ein gelungenes Foto in der Hand hielt.

Im Jahre 1827 stellte der Franzose Joseph Nicephore Niepce die erste Fotografie der Welt her. Danach setzte eine schnelle Entwicklung der Technik ein, die Schameder jedoch erst Jahrzehnte später erreichen sollte. Nur selten mag sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Fotograf hierher verirrt haben.

 

Das Dorf war eines von vielen unscheinbaren Bauerndörfern in der Grafschaft Wittgenstein. Eine wechselvolle Geschichte begleitete den Ort im Laufe der Jahrhunderte.

Nach den ersten urkundlichen Erwähnungen in den Jahren 1319 und 1338 blieb die Geschichte des Ortes mehr als 150 Jahre im Dunkeln. Furchtbare Seuchen am Ende des 15. Jahrhunderts entvölkerten ganze Dörfer. Auch Schameder und die Nachbarorte wurden von diesem Schicksal getroffen. Im Jahre 1498 tauchte der Ort wieder in den Urkunden auf, als sich die ersten vier Neusiedler hier niederließen. 1572 zählte Schameder 14 Höfe. Die Bewohner lebten vorwiegend von Ackerbau und Viehzucht.

Durch die Entwicklung der Eisenindustrie im benachbarten Siegerland wurde Wittgenstein der wichtigste Lieferant von Holzkohle – der des Köhlers und Fuhrmanns entstand. Schameders Fuhrleute profitierten von der verkehrsgünstigen Lage des Ortes.

 

Mit Beginn des 30jährigen Krieges im Jahre 1618 brachen auch für Schameder schwere Zeiten an. Der Ort bleibt vor Plünderungen nicht verschont, Hunger und Elend machten sich breit. Ganz Wittgenstein wurde entvölkert und verwüstet und es dauerte Jahrzehnte, bis die Narben des Krieges verheilt waren. Durch die neuerliche Entwicklung der Eisenindustrie in den nassauischen Grafschaften rückte am Ende des 17. Jahrhunderts das Fuhrgeschäft wieder in den Vordergrund. Der Rückgang der Eisenindustrie Ende des 18. Jahrhunderts und der Raubbau am Wald, führten zu einem starken Rückgang der Holzkohleproduktion. Ganze Forste waren kahlgeschlagen.

Die unter Führung des preußischen Generalmajors Freiherr von Müffling um 1819 durchgeführte Kartenaufnahme der Rheinlande zeigt in Schameder nur einen kleinen Wald auf dem Steimel. Der freien Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt wurden, waren mit Ginster und Gestrüpp bewachsen.

Durch den Aufbau der Erndtebrücker Pulvermühle Ende des 18. Jahrhunderts konnten die hiesigen Fuhrleute in den Transport von Sprengpulver einsteigen. Neben der Landwirtschaft betrieben sie auch noch Mehl- und Getreidehandel.

1816 wurde Wittgenstein an Preußen abgetreten und auf Grund der preußischen Landgemeindeordnung zählte Schameder mit 12 weiteren Gemeinden von nun an zum Amt Erndtebrück. Der Ort hatte um diese Zeit 20 Häuser und etwa 155 Einwohner.

Am 16. Juni 1864 wurde die Waldgenossenschaft Schameder gegründet. Mit Kiefern und später mit Fichten wurden die Außenfelder, die in früheren Jahren Hudeflächen waren, aufgeforstet.

Die erste, große Veränderung im Ortsbild ergab sich durch den Bau und die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Erndtebrück-Leimstruth im Jahre 1888 und Leimstruth-Feudingen im Jahre 1889.

Das Schamedertal wurde mit einem mächtigen Bahndamm überbrückt, riesige Erdbewegungen fanden statt. In der Nähe des neu errichteten Bahnhofs Schameder entstand in der Thal der erste Industriebetrieb des Ortes: die Ziegelei, am Steimelweg, wurde der nötige Lehm gegraben. Die Grube trägt auch heute noch den Namen Lehmberg.

Ein zweiter Bahnhof auf dem Gemeindegebiet wurde in der Nähe der Luisenburg in Leimstruth errichtet, wodurch dieser Teil der Gemeinde die Bezeichnung Bahnhof Leimstruth erhielt.

In dieser Zeit sind vermutlich auch die ersten Fotografien vom Ort und vom Bahnbau entstanden. Der Siegener Fotograf Heinrich Schmeck hat das in der damaligen Zeit wohl bedeutendste Ereignis, den Bahnbau und die an der Trasse liegenden Ortschaften in einer eindrucksvollen Fotoserie dokumentiert.

Aus dem Bereich der Gemeinde Schameder sind die Fotos des Bahnhofs Leimstruth, des Leimstruther Tunnels und der Luisenburg erhalten.

Quelle: Schameder 1890-1990
            100 Jahre in Wort und Bild
            mit freundlicher Genehmigung von
            Peter Schneider
        

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